Kooperationsveranstaltung Gemeinde Offenau/NABU "Die Rückkehr der Biber" mit Wolf-Dieter Riexinger

Exkursion in den Urwald von morgen im Fünfmühlental mit Wolf-Dieter Riexinger

 

Nach dem Vortrag „Bannwald und Naturschutzgebiet Schlierbach-Kohlrain“ von Wolf-Dieter Riexinger im Januar 2020 konnte die im Frühjahr 2020 vorgesehene Exkursion in den Bannwald wegen Corona erst 2022 erfolgen.  Am 8. Mai 2022 starteten etwa 30 Personen um 9.30 Uhr an der Siegelsbacher Mühle zu einer mehr als dreistündigen interessanten Exkursion.

 

Ohne Eingriff des Menschen wäre Deutschland größtenteils bewaldet. Vorherrschend wären Rotbuchen-Wälder. Seit der Jungsteinzeit vor 7500 Jahren begannen die Menschen den Wald für Ackerbau und Viehzucht zu roden. Inzwischen wird fast die gesamte Waldfläche Deutschlands forstwirtschaftlich genutzt. Lediglich in Bannwäldern und Nationalparks unterbleibt die Nutzung des Waldes.

 

1970 wurde der Wald am rund 70 Meter hohen Westhang des Fünfmühlentals zum Bannwald und kurze Zeit später zum Naturschutzgebiet Schlierbach-Kohlrain erklärt. Seither ruht die forstwirtschaftliche Nutzung und langsam entwickelt sich wieder der Urwaldcharakter. 1990 wurde das Schutzgebiet auf 40 Hektar erweitert und umfasst nun neben zusätzlichen Waldflächen auch angrenzende ökologisch und kulturhistorisch wertvolle Flächen wie den Mühlbach, Auenwiesen, Waldränder, Heckenstreifen, extensiv bewirtschaftete Wiesen sowie den Heinsheimer jüdischen Friedhof.

 

Besonderes Augenmerk legt Wolf-Dieter Riexinger während des Rundgangs auf den charakteristischen Kraut- und Baumbewuchs, der sich in Abhängigkeit der vorherrschenden Bodenart am Hang und Feuchtigkeit der Standorte manchmal innerhalb weniger Höhenmeter sichtbar wandelt. Die Veränderung des Bannwaldes zum Urwald von morgen ist bereits an vielen Stellen zu erkennen. Umgestürzte Bäume schaffen Platz und Licht für die natürliche Verjüngung. Vorherrschend ist die Rotbuche, die mit wenig Licht auskommt. Aber auch Hainbuche, Elsbeere, Ahorn und Vogelkirsche wachsen als Jungbäume im Bannwald und an besonders lichten Stellen sogar Eichen. Welche Baumarten sich im Wald der Zukunft durchsetzen werden, ist abhängig vom jeweiligen Standort und wie die Baumarten mit den steigenden Temperaturen und der zunehmenden Trockenheit klarkommen werden.

 

Die vom Waldnetzwerk sowie NABU Bad Friedrichshall und NABU Östlicher Kraichgau organisierte Exkursion bot dank des exzellenten Wissens von Wolf-Dieter Riexinger den Teilnehmern einen kurzweiligen und interessanten Einblick in die Problematik des Waldes, ausgehend vom Wirtschaftswald bis hin zum Urwald von morgen.  

 

Führung im Reiserschnittgarten Bad Friedrichshall  am 30. April

 

Mit mehreren Helfern unterstützte die NABU-Gruppe Bad Friedrichshall u.U. e.V. am 11. März 2022 die Ersatzpflanzung für einen alten mit der Apfeltriebsucht befallen Streuobstbestand am Reiserschnittgarten Bad Friedrichshall.

 

 

 

Als Dankeschön für die Mithilfe lud Lothar Mayer, der Betriebsleiter des Reiserschnittgartens, interessierte NABU-Mitglieder zu einer Führung am 30. April 2022 durch den Reiserschnittgarten ein. Auf dem 23 Hektar großen Gelände werden über 40 000 Obstbäume in über 500 Kern- und Steinobstsorten, darunter mehr als 270 Apfelsorten, vorgehalten. Die 40 000 Bäume liefern jährlich etwa eine Million Edelreiser für das Pfropfen von Obstbäumen. Um virusfreies Veredlungsmaterial zu erhalten, werden die Bäume regelmäßig vom Pflanzenschutzdienst kontrolliert und jedes Jahr zertifiziert.

 

 

 

Neben möglichen Krankheiten der Bäume erschwert laut Lothar Mayer auch die nicht vorhersehbare Nachfrage nach einzelnen Obstsorten die Planung der Neupflanzungen. Neben gutverkäuflichen Sorten gibt es immer wieder Sorten, die sich in der Praxis nicht durchsetzen können und „im besten Alter“ gerodet werden müssen. Aufgrund der Trockenheit der letzten Jahre werden die neugepflanzten Bäume zumindest im ersten Jahr bewässert.

 

 

 

Nach mehr als zwei Stunden endete die interessante und kurzweilige Führung durch den Reiserschnittgarten, der den Teilnehmern gezeigt hat, wie wichtig der Reiserschnittgarten und der Schutz der darin wachsenden Bäume ist, damit weiterhin genügend virusfreie Edelreiser für die Abnehmer von Obstbäumen, wie bspw. Baumschulen, gewerblicher Obstbau, Naturschutzverbände, Gartenbauvereine und Hobbygärtner, geliefert werden können.

 

NABU-Hauptversammlung in der Jahnhalle

 

Zur NABU-Hauptversammlung am 27.04.2022 konnte der Vorsitzende Werner Wacker zahlreiche Mitglieder sowie mehrere Gäste begrüßen, darunter Marco Lutz, den NABU-Bezirksgeschäftsführer Heilbronn-Hohenlohe.

 

Nach dem Totengedenken für die im letzten Jahr verstorbenen Vereinsmitglieder folgte der Bericht des Vorstands. Werner Wacker dankte allen aktiven Mitgliedern und Helfern für die im Jahr 2021 trotz Corona geleistete Arbeit. Viele Aktivitäten fanden lediglich in den von der Öffentlichkeit kaum wahrgenommenen   

 

NABU-Projektgruppen Schleiereule, Wasseramsel/Eisvogel sowie Amphibienschutz statt. Neben diesen Projektgruppen bilden der Betrieb der Greifvogelpflegestation sowie die Landschaftspflege zwei weitere Schwerpunkte. Anhand der Landschaftspflege zeigte er die Vielfältigkeit der anfallenden Arbeiten auf:

 

Neben dem Mähen der Streuobstwiesen sind im Herbst die Äpfel auf den Streuobstwiesen zu ernten und abzuliefern. Während des Winters erfolgt der Schnitt der Streuobstbäume sowie der Ersatz der alten, abgestorbene Bäume durch Jungbäume in alten Apfel- und Birnensorten.  

 

Danach informierte Werner Wacker die Anwesenden, dass die in der letzten Hauptversammlung beschlossene Neufassung der Satzung dem Amtsgericht bisher nicht zur Genehmigung vorgelegt wurde, da der Bundesverband weitere Satzungsänderungen angekündigt habe, die zuvor eingearbeitet werden sollen.   

 

Anhand der Altersstruktur der 835 NABU-Mitglieder, etwa 40 % sind älter als 60 Jahre, 40 % zwischen 40 und 60 Jahre und nur 20 % sind jünger als 40 Jahre, sei es nicht überraschend, dass fast alle aktiven NABU-Mitglieder im Rentenalter seien und für die vielfältigen Arbeiten in den Projektgruppen und in der Landschaftspflege jüngerer Nachwuchs dringend wünschenswert wäre.

 

Anschließend trug Kassiererin Susanne Messner den Kassenbericht vor. Leider erwirtschaftete die NABU-Gruppe aufgrund der Einschränkungen bei Veranstaltungen einen Verlust. Die Kassenprüfer Martin Weckbach und Michael Weckbach bescheinigten ihr eine korrekte und nachprüfbare Kassenführung.

 

Die Berichte der Projektleiter eröffnete Horst Schulz mit dem Bereich Landschaftspflege und Streuobst. Neben den NABU-eigenen Obstwiesen in Tiefenbach und Degmarn und einer Streuobstwiese der Bürgerinitiative Neckarsulm pflegt unsere NABU-Gruppe bereits seit 1995 die städtische Obstwiese am Plattenwald. Die ältesten Bäume stammen aus den 30-er Jahren des letzten Jahrhunderts.  Altersschwache, abgestorbene Bäume werden regelmäßig durch junge Streuobstbäume in alten Sorten ersetzt. Der aktuelle Baumbestand von 259 Obstbäumen setzt sich zusammen aus 140 alten Apfelbäumen, 26 alten Birnbäumen sowie 93 Jungbäumen (Äpfel und Birnen). Weiterhin pflegt unsere Gruppe seit 38 Jahren im Auftrag des Regierungspräsidiums Stuttgart das Naturdenkmal „Steppenheide“ auf dem Michaelsberg in Gundelsheim.  

 

Bei der Landschaftspflege wurden 2021 von den NABU-Mitgliedern 478 Arbeitsstunden geleistet und bis Ende April 2022 bereits weitere 49 Stunden beim Baumschnitt und der Pflanzaktion am Reiserschnittgarten Bad Friedrichshall.

 

Anschließend berichtete Rudi Blasmann über die Amphibienaktion 2022. In Untergriesheim wurden 10 Amphibien abgefangen, an der Müssigmühle in Tiefenbach wurde keine Amphibienwanderung festgestellt. Generell setzt sich die seit Jahren feststellbare Tendenz sinkender Amphibienbestände weiter fort. Örtlich wird die noch vorhandene Restpopulation durch den Straßenverkehr weiter dezimiert. Bei der Kontrolle von insgesamt 44 Feuersalamandern konnte er keine Salamanderpest feststellen.

 

Die Kontrolle der etwa 190 Nistkästen auf Oedheimer Gemarkung durch Doris Neugebauer und Reinhard Neugebauer ergab die Belegung von 155 Kästen mit Meisen, 11 mit Kleibern, einer mit Wespen, zwei mit Fledermäusen und drei mit Siebenschläfern.

 

Horst Schulz verlas den Bericht von Thomas Kemmel, dem Leiter der Projektgruppe Wasseramsel/Eisvogel sowie Biberbetreuer des Landkreises, der wegen Erkrankung fehlte. Aus seinem Bericht ist ersichtlich, dass Wasseramsel, Eisvogel und Biber an Schefflenz und Jagst weiterhin zahlreich vertreten sind. Die angebrachten Brutkästen wurden von den Wasseramseln sehr gut angenommen und sind fast alle belegt. Die Eisvögel sind an den Brutwänden der Schefflenz und Jagst bereits mit der Aufzucht der Jungen beschäftigt.

 

Für den dienstlich verhinderten Projektleiter Helmut Weber informierte Werner Wacker über die 2021 geleistete Arbeit in der Greifvogelpflegestation. Aufgenommen wurden insgesamt 668 Vögel, darunter 468 Greifvögel, 165 Eulen und 35 sonstige Vögel. Aufgrund ihrer Verletzungen verstarben 109 Vögel oder mussten eingeschläfert werden. Je nach Anzahl der Pfleglinge fallen täglich 10 bis 15 Stunden Arbeit an, die hauptsächlich von Susi Wacker und einem Bundesfreiwilligen erbracht werden.

 

Die inzwischen in die Jahre gekommene Greifvogelpflegestation bedarf wegen gravierenden alters- und witterungsbedingten Schäden, wie bspw. morsche Balken und beschädigte Netzabdeckungen, an vielen Stellen einer aufwendigen Renovierung. Aufgrund von Lieferschwierigkeiten soll die ursprünglich für Herbst 2021 vorgesehene Renovierung der Volieren in den nächsten Wochen sukzessive erfolgen, um immer einige der Volieren nutzen zu können.

 

Anschließend verlas Werner Wacker den Jahresbericht der Projektgruppe Schleiereule. Aufgrund des sehr milden Winters und der großen Mäusepopulation entwickelte sich 2021 der Bestand an Schleiereulen sehr gut. Bei der Erstbrut von 27 Brutpaaren flogen 139 Jungeulen aus, bei der Zweitbrut von 14 Brutpaaren 74 Jungeulen.

 

Bei den anschließenden Wahlen wurden gewählt, jeweils ohne Gegenstimmen und ohne Enthaltungen:

 

Adriana Frincu auf eigenen Wunsch nur für ein weiteres Jahr als Vorstandsmitglied

 

Susanne Messner für zwei weitere Jahre als Kassiererin

 

Peter Heidinger für zwei weitere Jahre als Gerätewart

 

Martin Weckbach und Michael Weckbach für zwei weitere Jahre als Kassenprüfer

 

Barbara Nitsche und Martin Pierozak für zwei Jahre als Ausschussmitglieder

 

Die Tätigkeit des Pressewarts übernehmen zukünftig Michael Weckbach und Reinhard Wersching.

 

 

 

Für ihre langjährige Mitgliedschaft im NABU wurden folgende Mitglieder geehrt:

 

- 30 Jahre Mitgliedschaft: Ingrid Steinhauer-Hessek

 

- 40 Jahre Mitgliedschaft: Roland Feiler, Gerhard Haag, Gertrud Meisenhälder, Gisela Pfestorf, Wolf-Dieter Riexinger, Jürgen Wintterle, Rainer Wintterle

 

- 50 Jahre Mitgliedschaft:  Dieter Hiemer (aus Krankheitsgründen    vertreten durch seine Tochter Tanja Michel)

 

Weiterhin erhielten folgende Mitglieder für ihre langjährige aktive Tätigkeit in der NABU-Gruppe Bad Friedrichshall u.U. e.V. eine Ehrennadel:

 

- Ehrennadel in Gold: Dieter Hiemer

 

- Ehrennadel in Bronze: Susanne Ludwig, Wolf-Dieter Riexinger

 

 

Um 21:15 beendete der Vorsitzende Werner Wacker die harmonisch abgelaufene Hauptversammlung, bedankte sich bei den Anwesenden für ihr Kommen und wünschte allen einen guten Nachhauseweg.

 

Trockenwiesenhang mit den alten Weinbergmauern in Widdern

Viele Jahre vom NABU BFH gepflegter Trockenwiesenhang.

Die Pflege musste aus Kapazitätsgründen ans Landratsamt zurückgegeben werden.

Danke an Thomas Kemmel für die schönen Bilder.

Jährlicher Mäheinsatz hoch über dem Neckartal auf dem Michaelsberg am Samstag, den 6. November

1830 kg Äpfel - Sammelaktion in Tiefenbach am         Samstag, 9. Oktober

Biologische Vielfalt – Unsere Lebensversicherung     Vortrag mit Martin Klatt am 6. Oktober

 

Diplom-Biologe und Referent für Arten- und Biotopschutz Martin Klatt vom NABU Landesverband machte mit seiner PowerPoint-Präsentation im Versammlungsraum des FSV eindringlich am ständigen Arten- und Biotopschwund deutlich, dass es um zwei Säulen des Schutzes unseres Blauen Planeten geht, um das Klima und die Biodiversität. Während die Veränderung des Klimas und dessen sichtbaren negativen und lebensbedrohenden Folgen die Menschen global begreifen, bleibt der schleichende Verlust der Biodiversität noch weitgehend unbemerkt bzw. wird verdrängt. Was hat schon der Verlust einer Pflanzen- und Tierart für Auswirkungen auf das Gesamtsystem? Wir verkennen dabei die Zusammenhänge im Netzwerk der Natur.

 

Martin Klatt belegte den dramatischen Verlust an Ökosystemleistungen durch die Abnahme der Landbedeckung mit Zahlen. Zwischen 1997 – 2011 waren dies bis zu 18 Billionen €, obwohl das Bundesnaturschutzgesetz und auch die Verpflichtung zu Natura 2000 den Schutz der Ökosysteme festschrieben.

 

Die völkerrechtlich verbindliche Konvention zum Schutz der biologischen Vielfalt und eine Klima-Rahmenkonvention der UN sind die Grundlage für den Stopp der weiteren Naturzerstörung, die laut EU bereits 2010 gestoppt werden sollte. Die von der Bundesregierung 2007 beschlossene Nationale Biodiversitätsstrategie mit dem Jahrzehnt der Biologischen Vielfalt 2011 – 2020 hat ihre Ziele nicht erreicht. Baden-Württemberg will mit seiner Naturschutzstrategie einen möglichst großen Anteil an Freiflächen naturnah erhalten und gestalten. Nur gut strukturierte Lebensräume sind artenvielfältig. Das Erbgut der Arten mit seiner genetischen Vielfalt ist die Lebensversicherung für Pflanze, Tier und Mensch. Mit jeder Art, die wegbricht, wird das ganze System instabil. Frederic Vester hatte bereits 1984 den Wert eines Vogels an dem seltenen Blaukehlchen mit heute 694 € errechnet. Bei unseren Gewässern beträgt die Leistung 4 Billionen € / Jahr, denn Bäche, Flüsse und Seen sind unsere natürlichen Kläranlagen.

 

Steigende Temperaturen im Zuge des Klimawandels führen zur Abnahme der Artenvielfalt. Hier zeigen sich bereits Veränderungen beim Zilpzalp durch den Verlust an Brutrevieren; beim Bienenfresser, der inzwischen vom ursprünglichen Brutgebiet Kaiserstuhl nach Norden bis Sachsen-Anhalt vorkommt, bei der Blauen Holzbiene, welche aus Süddeutschland in Hamburg eingewandert ist und der Gottesanbeterin, die sich entlang des Rheines bis nach NRW verbreitet hat.

 

Naturschutz und Klimaschutz dürfen nicht gegeneinander ausgespielt werden. Sie bedingen sich gegenseitig. Das Hochmoor ist z. B. der wichtigste Lebensraum für den Klimaschutz, es speichert 30% des Kohlenstoffs, also doppelt so viel wie der Wald.

 

Abschließend betonte der Referent, dass die ökologischen Belastungsgrenzen bei der Unversehrtheit der Biosphäre bereits weit überschritten sind.

 

Die anschließende Diskussion zeigte das große Interesse der Teilnehmer an der aktuellen Thematik und wie wichtig es ist, dass der NABU sich hier mit seiner Kompetenz einbringt. Martin Klatt hatte durch praktische Beispiele aus der heimischen Fauna die Gefahren für die Biodiversität anschaulich dargestellt.

hs

 

Mähaktion auf unserer Streuobstwiese Degmarn am Samstag, 18. September

Waldbegehung im Distrikt Plattenwald                  mit Kreisforstamtleiter Martin Rüter und Förster Jörg Pfeiffer am 25. September

„Wald im Klimawandel – Retter und Opfer zugleich“

 

Der Leiter des Kreisforstamtes Martin Rüter stieß bei seinem PowerPoint-Vortrag  „Wald und Klima im Landkreis Heilbronn“ am 16.09. in der Verwaltungsstelle Plattenwald auf großes Interesse.

 

Nach drei extremen Trockenjahren 2018 – 2020 kann unser Wald in 2021 regenmäßig zwar durchatmen, aber Trockenschäden sowie tierische und bakterielle Folgeschäden lassen keine Entwarnung für unseren Klimaschützer Nr. 1 zu.

 

M. Rüter stellte den Beitrag zum Klimaschutz durch unsere Wälder in den Mittelpunkt seiner Ausführungen. Wälder speichern in ihrer Biomasse (Holz, Nadeln, Blätter und Wurzeln) und im Boden Milliarden Tonnen Kohlenstoff. Dieser für uns Menschen notwendige Klimaschutz wird durch die zunehmende Klimaerwärmung außer Kraft gesetzt. Zusätzlich werden die Lebensgemeinschaften im Wald gefährdet. Hinzu kommen weitere negative Faktoren wie Stürme und Extremniederschläge. Die Forstwissenschaft versucht mit einem artenreichen, naturnahen, klimastabilen und multifunktionalen Mischwald   aus Laub- und Nadelbäumen als Leitbild für den Kommunalwald gegenzusteuern. Inzwischen ist bekannt, dass die Ficht wegen der Trockenheit und dem Borkenkäfer in unserer Region keine Zukunft hat und die Esche wegen des aus Asien eingewanderten Pilzes durch das Eschentriebsterben großflächig ausfällt. Beide Baumarten mussten deshalb auch schon im Plattenwald gefällt werden. Die Neupflanzung mit Lärchen sah M. Rüter kritisch, da auch hier eine Borkenkäferart auf dem Vormarsch ist. Selbst die Douglasie bleibt inzwischen nicht von Schädlingen verschont. Schließlich leidet die Hauptbaumart, die Rotbuche, unter dem Trockenstress. Nur die Eiche ist z. Zt. noch weitgehend widerstandsfähig. Deshalb sind neue und alte Baumarten ins Gespräch gekommen: Die Lindenblättrige Birke, Walnuss, Speierling, Elsbeere, Wildbirne, Stechpalme, eine Kreuzung der Lärche, u. a. Nach Ansicht des NABU sollten aber für die Erhaltung strukturreicher Wälder 70% heimische Baumarten erhalten bleiben, sonst hat die Naturverjüngung keine Chance. Diese favorisiert auch Martin Rüter vor Neupflanzungen. Dazu wird das Alt- und Totholzkonzept in fast allen von Forst BW betreuten Wäldern umgesetzt. Er hält außerdem rd. 5% nutzungsfreie Wälder, den sogenannten Waldrefugien, mit Habitatbaumgruppen für richtig und wichtig. Damit die Naturverjüngung eine Chance hat, muss daneben auch vor allem das Rehwild entsprechend bejagt werden.

 

Martin Rüter nannte drei Instrumente, um den Wald langfristig zu erhalten: „Mehr Artenvielfalt, kleine Bannwälder (Entwicklung ohne forstlichen Eingriff) sowie eine gelenkte Naturverjüngung standorttypischer Baumarten“. An den fachlich hervorragenden und eindrucksvollen Vortrag schloss sich eine lebhafte Diskussion an. Horst Schulz und Vorstand Sibille Wersching bedankten sich für den Blick hinter die Kulissen unseres gefährdeten Waldes.                          hs

 

Mitgliederversammlung 2019/2020 am 14.07.2021

 

Adriana Frincu (l.) und Werner Wacker (m.), bisherige Mitglieder des Vorstands, Kassiererin Susanne Messner (2.v.l.) und Schriftführer Michael Weckbach (r)

Foto: Reinhard Wersching

 

Weichenstellung bei der Mitgliederversammlung

 

Nachdem uns die Pandemie 2020 ausgebremst hat, konnte die NABU Gruppe am 14. Juli in der Jahnhalle coronagerecht die Hauptversammlung für die Jahre 2019 und 2020 durchführen. 30 TeilnehmerInnen waren von den Berichten beeindruckt, denn auch ohne fehlender öffentlicher Präsenz wurde die ehrenamtliche Arbeit im vollem Umfang fortgesetzt.

 

 

Vorsitzender Werner Wacker begrüßte die Teilnehmer und gab einen Überblick über die Aktivitäten des Vereins, wobei die Öffentlichen Veranstaltungen u.a. auch das Schachtseefest, die Exkursionen und die Liturgische Wanderung ausfallen mussten. Schwerpunkte waren der Betrieb der Greifvogelpflegestation und die Projektgruppen Schleiereule, Wasseramsel, Eisvogel und Biber, der Amphibienschutz, die Landschaftspflege und Streuobstwiesen sowie die Nistkastenaktionen.

 

 

Die zweite Vorsitzende Adriana Frincu stellte das erfreuliche Ergebnis der Mitgliederwerbung vor. 259 neue Mitglieder glichen den Verlust der letzten Jahre wieder aus, so dass die NABU Gruppe aktuell einen Mitgliederbestand von 850 Naturfreunden hat.

 

 

Susanne Messner konnte von einem erfreulichen Kassenbestand durch höhere Spendenbeträge berichten, welche z.T. durch TV-Sendungen in SWR und durch Presseartikel erfolgten. Projektleiter Helmut Weber informierte über die Greifvogelpflegstation und den Schleiereulenschutz. 2020 wurden 676 verletzte bzw. junge Greifvögel und andere Großvögel versorgt,  von denen 580, also 85,8 % in die Freiheit entlassen werden konnten. Werner und Susi Wacker schulterten dabei die Hauptarbeit, da die Stelle eines Bundesfreiwilligen nicht besetzt werden konnte. Seit 1. Juli füllt J. Ohrnberger aus Möckmühl diese Lücke. Zurzeit stehen in der Greifvogelpflegestation Renovierungsarbeiten in einer Größenordnung von circa zwanzigtausend Euro an. Hier sind wir auf die finanzielle Unterstützung durch das Regierungspräsidium Stuttgart, den Landkreis Heilbronn und die Fürsprache unserer Landtagsabgeordneten angewiesen.

 

 

Rudi Blasmann zeichnete ein düsteres Bild bei der Amphibienaktion für 2021. Das kalte und trockene Wetter im Frühjahr bremste die ohnehin geringere Wanderung zusätzlich aus. Waren es im Jahr 1995 noch 1 147 Erdkröten, so zählte er in diesem Jahr eine einzige. Neben dem ganzjährigen Verlust als Verkehrsopfer, leiden die Tiere seit 2010 an einem tödlichen Pilzbefall.

 

Projektleiter Thomas Kemmel, zuständig für Wasseramsel und Eisvogel sowie zusätzlich als Biberbetreuer im Nördlichen Landkreis und im Projekt „Kinder und Natur“ in der Grundschule Untergriesheim tätig, konnte krankheitsbedingt nicht teilnehmen. Horst Schulz trug seine Berichte vor.

 

 

Die Wasseramsel hatte drei erfolgreiche Bruten an der Schefflenz und beim Eisvogel gab es eine erfolgreiche Brut. Allerdings hat der Freizeitdruck aus Pandemiegründen an der Schefflenz an den Wochenenden stark zugenommen und die geschützten Arten beeinträchtigt. Deshalb ist wohl auch der Biber bachabwärts abgewandert. Wir werden hierzu mit den Unteren Naturschutzbehörden Gespräche führen, um für die Zukunft einen stärkeren Schutz zu gewähren. Im Projekt „Kinder und Natur“ ist mit Hilfe der Familien Majlik/Haas und Ortsvorsteher Michael Mandel eine Forscherwiese für Wildblumen und Insekten entstanden. Sie ist ein eindrucksvolles Beispiel für Vielfalt in der Natur und Unterrichtsgegenstand der Klassen 3 und 4.

 

 

Horst Schulz stellte die Ergebnisse der Landschaftspflege und der Streuobstwiesen vor. Mit dem Landschaftserhaltungsverband Heilbronn (LEV) wurde der Pflegevertrag am Attichsbach aus personellen und arbeitsintensiven Gründen beendet. Im Naturdenkmal „Steppenheide Michaelsberg“ in Gundelsheim setzen wir die Pflege für die geschützte Fauna und Flora auch nach 37 Jahren im Auftrag des Regierungspräsidiums Stuttgart weiter fort. Die Streuobstwiesen am Plattenwald, in Tiefenbach und in Degmarn forderten uns jeweils Vierfach beim Baumschnitt, der Neupflanzung, dem Mähen und Abräumen sowie bei der Obsternte. Inzwischen haben wir 65 Streuobstbäume in den letzten 4 Jahren gepflanzt und so zum Erhalt der alten Sorten beigetragen. Für die Obstwiese am Plattenwald ist das Schnittförderprogramm des Landes ausgelaufen.

 

 

Die Nistkastenkontrolle und Nistkastenpflege wurde in Oedheim, Oedheim-Degmarn, und Bad Friedrichshall durch die Aktiven Dieter Hiemer, Doris und Reinhard Neugebauer, Siegfried Keim sowie Susanne und Eberhard Ludwig in gewohnter Weise durchgeführt. Von den 347 Nistkästen für Vögel und Fledermäuse waren 276 zum Teil doppelt belegt, wobei z.B. Klaiber immer seltener anzutreffen sind. Die Gemeinde Oedheim stellt dankenswerterweise jedes Jahr einen Betrag für Neuanschaffungen zur Verfügung.

 

 

Die Kassenprüfer Martin und Michael Weckbach bescheinigten der Kassiererin eine ordentliche und korrekte Kassenführung. Die Entlastung führte Klaus Schön durch. Sie wurde einstimmig erteilt. Ebenso für die Vorstandsmitglieder Werner Wacker und Adriana Frincu.

 

 

In der Diskussion bat Peter Heidinger die „Jungrentner“ unter den Mitgliedern um eine aktive Mitarbeit. Die Projektgruppen bieten eine Vielzahl von Angeboten und dazu ganz persönliche Erlebnisse untereinander und mit der Natur. Sibille Wersching regte an, Jugendliche von „Fridays for Future“ für den aktiven Naturschutz zu gewinnen Klaus Schön bittet darum die NABU-Veröffentlichungen im Rundblick stärker zur Unterstützung des Vereins zu nutzen.

 

 

Wahlen

 

Die turnusmäßigen Wahlen führte Horst Schulz durch. Sibille Wersching aus Neckarsulm wurde einstimmig neu in den Vorstand gewählt. Wiedergewählt auf 2 Jahre wurden Werner Wacker (Schwerpunkt: Greifvogelpflegestation), Kassiererin Susanne Messner und Schriftführer Michael Weckbach.

 

 

Ehrungen

 

Ein besonderer Tagesordnungspunkt war auch dieses Mal die Ehrung langjähriger Mitglieder für 20 bis 50 Jahre Treue zum NABU. Horst Schulz, Adriana Frincu und Sibille Wersching konnten Urkunden und Nadel vom Landesverband und Präsente der NABU-Gruppe überreichen. Geehrt wurden für 20 Jahre Hartmut Strenkert, für 40 Jahre Hans-Peter Hermann, Alexander Müller und Wolfgang Dressler und für 50 Jahre Achim Gimber und Kurt Zöphel. Letzterer wurde aus Krankheitsgründen von seinem Enkel Philipp Ludwig vertreten.

 

 

Satzungsneufassung

 

Klaus Schön informierte über die Neufassung der Satzung unserer NABU Gruppe, die aufgrund der geänderten Satzungen des Bundes- und Landesverbandes notwendig wurde. Ein wichtiger Unterschied zur alten Satzung von 2013 besteht in der Zusammensetzung des Vorstandes. Die alte Satzung sah zwingend drei Mitglieder vor, die neue Satzung mindestens ein und maximal drei Mitglieder.

 

 

Verschiedenes

 

Michael Weckbach informierte über den Kauf eines Freischneiders für die Landschaftspflege, Horst Schulz iüber die Eingriffe in die alten Obstbaumbestände im Bereich des Reiserschnittgartens der Domäne Heuchlingen und mögliche Ersatzpflanzungen sowie über die anstehende Ausweisung des Naturschutzgebietes am Neckar zwischen Neckarsulm und Bad Wimpfen.

 

 

Vorstand Werner Wacker bedankte sich bei den Aktiven für ihre ehrenamtliche Arbeit und bei den Teilnehmern der Mitgliederversammlung für das Vertrauen und die Diskussionsbeiträge.

 

 

 

hs

 

 

 

 

In der Hauptversammlung geehrte Nabu-Mitglieder:

v.l.n.r. Wolfgang Dressler 40 Jahre, Alexander Müller 40 Jahre, Kurt Zöphel 50 Jahre (wegen Krankheit vertreten durch seinen Enkel Philipp Ludwig), Achim Gimber 50 Jahre, Hans-Peter Hermann 40 Jahre, Hartmut Strenkert 20 Jahre

Foto: Michael Weckbach

 

Corona kann Landschaftspflege nicht ausbremsen

Seit vielen Jahren pflegten die Aktiven der NABU Gruppe im Auftrag des Landschaftserhaltungsverbandes Heilbronn (LEV) einen Teilbereich des Regenrückhaltebeckens am Attichsbach in Kochendorf, welches sich im Laufe der Zeit zu einem Biotop für unsere heimische Tier- und Pflanzenwelt entwickelte. Aus Kapazitätsgründen haben wir nun den Vertrag nicht verlängert und die Fläche zur Pflege an den Bauhof der Stadt weitergereicht. Beim letzten Einsatz am 20. März unter der Leitung von Michael Weckbach wurden von 10 ehrenamtlichen Helferinnen und Helfern insgesamt 30 Std. per Hand, sowie mit Balkenmähern und Motorsense geleistet. Die Bilder zeigen unsere Helfermannschaft sowie die freigestellte Fläche.

Klicken Sie immer das erste Bild an, damit sich die Präsentation öffnet.

Mieter gesucht!

 

Ein herzliches Dankeschön geht an unser NABU-Mitglied Michael Weckbach. Er hat in Eigenregie zwei Bienenhotels und vier Nistkästen gebaut und auf unserer Streuobstwiese angebracht.

 

Sensationelle Beobachtungen der Kornweihen in Bad Friedrichshall-Untergriesheim durch Thomas Kemmel

Thomas Kemmel von der NABU Gruppe hat in den letzten Wochen wiederholt Kornweihen auf dem Durchzug in Untergriesheim auf den Kleeäckern von Ortsvorsteher Michael Mandel bei der Mäusejagd beobachtet und dokumentiert. Herr Mandel hat deshalb die Flächen als Jagdgebiet für die auf der Roten Liste stehenden und vom Aussterben bedrohte Art nicht umgebrochen und wird seine Fruchtfolge umstellen. Die Kornweihe gehört zu den habichtartigen schlanken Greifvögeln, der runde Kopf des Weibchens hat ein eulenartiges Gesicht. Kornweihen sind Überraschungsjäger. Im niedrigen Suchflug erbeuten sie Mäuse, vor allem Wühlmäuse, andere Kleinsäuger, Vögel, Kaninchen und Eidechsen. Diese seltene Brutvogelart hat ihre letzten Refugien als Charakterart der Dünenlandschaften mit weniger als 25 Brutpaaren vor allem auf den Inseln im niederländisch-deutschen Wattenmeer. 1994 wurden noch 152 Brutpaare gezählt, seit den 2000er Jahren ist der Bestand massiv eingebrochen. Nachdem die Bruten nach wie vor erfolgreich sind, liegen die Ursachen außerhalb der Brutzeit auf den Zugwegen. Es ist deshalb eine intensivere internationale Forschung auf den Zugrouten nach Afrika und in der Folge ein koordiniertes Schutzprogramm über Ländergrenzen hinweg in den Rast- und Überwinterungsgebieten notwendig. Ein solches Rastgebiet scheint sich nun im zweiten Jahr, dank der Unterstützung des Ortsvorstehers und Landwirts Michael Mandel in Untergriesheim zu etablieren. Hier garantiert das Kulturland die Nahrung für den Weiterflug in den Süden bzw. im Frühjahr auch in den Norden. Ursachen für den Rückgang und möglichen Verlust dieser imposanten Vogelart sind neben der Zerstörung des Lebensraums, Pestizide, Monokulturen und tierische Feinde.

Alte Apfelsorten ein Genuss!

Die NABU Mannschaft unter den ausladenden Ästen eines Brettachers

Auf den Streuobstwiesen hat die Apfellese begonnen und der NABU Bad Friedrichshall hat Dank 21 Helferinnen und Helfer beim ersten Einsatz auf dem städtischen Grundstück am Plattenwald 4,8 Tonnen geerntet. Bei herrlichem Wetter und einem stärkenden Vesper waren fleißige Hände von 8 -80 im Einsatz.

Die Palette der Sorten reichte vom Brettacher, über Freiherr von Berlepsch, dem Glockenapfel, der Goldparmäne , dem Öhringer Blutstreifling bis zum Rheinischen Krummstiel. Die Vielfalt der Sorten gibt dem Steinkauz Apfelsaft, welcher bei Fruchtsaft Beil in Neckarsulm gepresst wird, einen unverwechselbaren Geschmack. Schon Martin Luther wusste die alten Apfelsorten zu schätzen: „Wenn ich wüsste dass morgen die Welt unterginge, pflanzte ich doch heute noch einen Baum“. Die Welt ist zwar erhalten geblieben, aber die alten Sorten finden wir im Supermarkt kaum noch, deshalb hat der NABU am Plattenwald in den letzten Jahren 50 neue Streuobstbäume gepflanzt und setzt diese Aktion auch im kommenden Winterhalbjahr fort. Wir machen dies nicht aus Erwerbsgründen, sondern zur Erhaltung alter Sorten.

 

Wir würden uns freuen, wenn viele Bürgerinnen und Bürger von Bad Friedrichshall diesem Beispiel folgen. Pflanzen Sie Ihren Baum, unsere Nachkommen werden es Ihnen danken.

Auch am folgenden Wochenende trafen sich erneut viele fleißige Helferinnen und Helfer und füllten mehrfach die Apfelkisten.

Junger Eisvogel auf Abwegen                         Erfolgreiche Rettung durch Thomas Kemmel

Die Schulsekretärin der Otto-Klenert-Realschule Frau Pitsch reagierte spontan, als ein junger, erschöpfter Eisvogel auf dem Schulhof gelandet war. Hier konnte nur noch der NABU „Eisvogelmann“ Thomas Kemmel helfen. Er ist seither nach Rücksprache mit Herrn Genzwürker von der Unteren Naturschutzbehörde  - Eisvögel stehen unter Naturschutz - Ersatzelternteil für den kleinen Fischfresser.  Da er auch als Fischereiberechtigter mit kleinen Lauben aus dem Kocher für die passende Nahrung sorgen kann, ist der kleine Kerl bestens versorgt. 4-5 Fische am Tag haben ihn wieder ins Leben zurück gebracht. Dabei muss man wissen, dass die Fütterung mit Fischen mit dem Kopf voraus erfolgt, damit sie auch gut hinunterrutschen.

 

Nach etwa weiteren 10 Tagen in der Pflege kann er an Jagst, Kocher oder Schefflenz in seinen natürliche Lebensraum wieder entlassen werden.

 

Thomas Kemmel ist für den NABU auch Projektleiter für die Wasseramsel und den Eisvogel sowie Biberbeauftragter des LRA Heilbronn.

 

Mähroboter sind eine leise Gefahr für Gartentiere

NABU empfiehlt mehr blühende Wildnis statt grüner Monotonie
Pressemitteilung vom 02.07.2020.pdf
Adobe Acrobat Dokument 88.4 KB

Gesellige Weinprobe mit Vepser in der Weinstube Politschek am 7. März

Engagement des NABU Bad Friedrichshall für die Streuobstwiesen

Wie in jedem Jahr war die Projektgruppe „Landschaftspflege / Streuobst“ der NABU Gruppe beim Obstbaumschnitt an drei Samstagen auf der städtischen Obstwiese am Plattenwald im Einsatz. Es wurde bei rd. 80 Apfel- und Birnbäumen ein Erhaltungsschnitt durchgeführt, damit auch in diesem Jahr durch die Obsternte der Streuobstapfelsaft erzeugt werden kann.

 

Die 3 Bilder zeigen den Schnittfortschritt bei einem Birnbaum der Sorte „Gräfin von Paris“.

 

Ein gutes Vesper war die Grundlage für jeden erfolgreichen ehrenamtlichen Einsatz.

 

„Fliegende Wölfe und Miniaturlöwen“ erlebten große Resonanz

Mit einer eindrucksvollen Power Point Präsentation über Spezialisten im Insektenreich faszinierte Referent Wolf-Dieter Riexinger bei der Kooperationsveranstaltung von NABU und Gemeinde Offenau im Kulturforum Saline mehr als 50 Besucher.
H. Schulz vom NABU Bad Friedrichshall u. Umgeb. e.V. konnte auch Bürgermeister Folk begrüßen und ging  auf den Vorbildcharakter der Gemeinde Offenau durch die Auszeichnung des Landes Baden-Württemberg und des NABU bei der Aktion „Natur nah dran“ ein. Denn Offenau hat passend zum Referententhema ein Stück Biologische Vielfalt für Insekten wieder zurückgeholt.
Im Mittelpunkt des Vortrags  standen der Bienenwolf (Fliegender Wolf) und der Ameisenlöwe (Miniaturlöwe) Beide sind auf der Jagd vor unserer Haustüre. Es bedarf allerdings des geschulten Auges und der Kenntnis über den erforderlichen Lebensraum, um diese Arten aufzuspüren.  Die Palette der Bilddokumente  mit phantastischen Nahaufnahmen begeisterte die Besucher.
Bienenwölfe sind Vegetarier und ernähren sich von Blütenektar. Die Weibchen erbeuten Honigbienen  und werden dabei vom Nektargeruch angelockt. Sie lähmen die Beutetiere mit einem Stich und tragen sie in ihre bis zu 1m lange Brutröhre ein, welche mehrere Kammern enthält. Dort dienen die Beutetiere als Nahrung für die Bienenwolflarven. Bienenwölfe gehören zu den Grabwespen und machen ihrem Namen alle Ehre. Sie graben ihre Neströhren in sandige kiesige, lockere Erde. Um die Brut vor Pilzen zu schützen, kultivieren sie Bakterien.
Der Ameisenlöwe ist das Larvenstadium der Gefleckten Ameisenjungfer. Die Larvenentwicklung dauert bis zu 2 Jahre. Der Ameisenlöwe legt im Boden an trockenen, geschützten Stellen kleine Fangtrichter an. Am Grunde lauernd, wirft er  mit seinem Kopf und den Kiefernzangen Sand auf die Beutetiere, vorwiegend Ameisen, wodurch diese in den Trichter rutschen. Sinnesborsten an seinem Körper registrieren die sich nähernde Beute, welche mit Gift aus den Zangen  getötet und zur Nahrungsaufnahme vorbereitet wird. Die Flugzeit der nachtaktiven  Ameisenjungfer, welche zu den Netzflüglern gehört, ist von Juni bis September.
Neben der sehr seltenen Schmetterlingshaft mit den charakteristischen Unterscheidungsmerkmalen der Geschlechter, bestachen auch die Porträts von Sand- und Goldwespen. Eine Anzahl Aufnahmen stammten aus dem eigenen Naturgarten des Referenten.
Bürgermeister Folk bedankte sich bei W. D. Riexinger für die stete naturschutzfachliche Beratung. H. Schulz verwies auf die Nachhaltigkeit bei der Erhaltung der Biologischen Vielfalt hin, denn ohne Insekten  und ihre notwendige Blütenbestäubung wird auch der Gesang der Vögel verstummen. Er dankte  Frau Herwerth-Gajer von der Verwaltung und dem Bauhof unter der Leitung von Herrn Beer für die begleitende Unterstützung zur Veranstaltung mit einem kleinen Präsent.
 

Baumpflanzanktion auf der Streuobstwiese am Plattenwald mit Unterstützung von Schülern der Amorbachschule am 29. November

 

Bericht einer Schülerin zur Baumpflanzaktion:

Lerngang auf die Streuobstwiese

Am Freitagmorgen, den 29. November 2019 gingen wir – die Klasse 6 a der Amorbachschule – in zwei Gruppen zur Streuobstwiese im Plattenwald. Als wir ankamen, warteten die Männer von der Nabu auf uns und hatten schon alles vorbereitet: junge Bäume, die auf dem Boden lagen, ausgegrabene Löcher, das Gitter und die Schaufeln. Zuerst gingen wir zu den gegrabenen Löchern und schaufelten ein bisschen Erde hinein, danach das Gitter und dann wieder ein bisschen Erde. Der junge Baum wurde in das Gitter gesetzt, festgemacht und die Erde aufgeschüttet. Anschließend durfte jeder einmal auf die Leiter und musste mit dem Hammer auf den Pflock hämmern. Alle beeindruckte die Vielfalt an Werkzeugen. Kurz bevor wir gingen, bekam jeder eine Brezel und Apfelsaft. Der Arbeitseinsatz bereitete vielen sehr viel Spaß und das, obwohl es nass war und teilweise viel regnete. Die Aktion fand statt, weil in diesem Jahr keine Apfelernte möglich war. Wir werden in Zukunft im Rahmen der Aktion „Alles Heilbronner Äpfel“ weiter Apfelsaft von Streuobstwiesen verkaufen. (L.B)

 

Jährlicher Landschaftspflegeeinsatz im Natur-denkmal Steppenheide Michaelsberg in Gundelsheim

Zum vorletzten Landschaftspflegeeinsatz in diesem Jahr trafen sich einige Aktive des NABU zum jährlichen Arbeitseinsatz auf dem Michaelsberg in Gundelsheim. Durch eine jährliche Mahd wird so die Artenvielfalt des Naturdenkmals Steppenheide erhalten. Hier ist vor allem der Feld-Mannstreu zu erwähnen, welcher oft fälschlicherweise für eine Distel gehalten wird. Das angefallene Mähgut wird von der Stadt Gundelsheim abgefahren, damit in den Steppenheidebereich keine zusätzlichen Nährstoffe eingetragen werden. Unterstützt wurde die Ortsgruppe von einigen Helfern aus Bad Rappenau. Nach getaner Arbeit lud Familie Schäfer in ihr Landrestaurant zu einem leckeren Essen. Hierfür nochmals ein herzliches Dankeschön. So fand der Arbeitseinsatz einen schönen Ausklang.

 

Herzlichen Glückwunsch Paul Haag

Schon seit fast 40 Jahren wird der größte Feld-Mannstreu-Bestand des Landkreises Heilbronn auf der Steppenheide Michaelsberg in Gundelsheim vom NABU Bad Friedrichshall gepflegt. Tatkräftiger Helfer der ersten Stunde war Mitglied Paul Haag. Aus Anlass seines 80. Geburtstags lud der NABU am 16. Oktober zu einem Bildervortrag in den Schulungsraum des FSV in Jagstfeld ein. Wolf-Dieter Riexinger erläuterte anhand seines vielfältigen Bildmaterials u. a. die Bedeutung des Feld-Mannstreu als attraktive Nahrungsquelle für viele einheimische Insekten, Erscheinungsbild, seine nacheiszeitliche Einwanderungsgeschichte sowie das heutige Verbreitungsgebiet.

Vorstand Werner Wacker dankte Paul Haag für seine langjährige ehrenamtliche Vereinsarbeit und gratulierte im Namen der Ortsgruppe zum runden Ehrenfest.

"Bäume, Blätter und Früchte"

NABU-Angebot im Bunten Klassenzimmer der BUGA

Baumwanderung durch den Kocherwald mit Horst Schulz am Sonntag, den 15. September

Projekt Kinder & Natur: Die Wildblumenwiese

Die Wildblumenwiese ist wohl der bunteste Lebensraum für Tiere und Pflanzen unserer Heimat. Leider ist dieser Lebensraum auch einer der gefährdetste, ganze 2 % der ursprünglichen Wiesenvorkommen sind uns geblieben. Im vergangenen Frühjahr reifte bei NABU-Mitglied Thomas Kemmel die Idee, eine Wildblumenwiese in Untergriesheim anzulegen. Mit dem Traktor vorbereitet wurde die Fläche von Ortsvorsteher Michael Mandel, der ebenso wie Friedhelm Haas das Projekt tatkräftig unterstützt. Die Fläche ist Forscherwiese für Grundschule und Kindergarten. Ebenso möchte der NABU mit dieser kleinen, blühenden Insel Bürger und Landwirte für die Gestaltung solcher Flächen gewinnen. Dass die Aktion bei der Bevölkerung gut ankommt, zeigen Thomas Kemmel die vielen positiven Rückmeldungen.

 

Einblick ins Reich der Kräuter

Einheimische Kräuter sind eine Wissenschaft für sich. Allerdings wusste Kräuterpädagogin Ingrid Hagner bei einem Spaziergang am 27. Juli im Salinenpark Bad Rappenau die Teilnehmer spielerisch in die Geheimnisse  der Powerpflanzen einzuführen.

 

Der Bogen spannte sich von Wegerich (der Pflanzensaft wirkt auf der Haut bei Insektenstichen, die Blätter können als Salat verwendet werden), über die  Kamille (Tee), Wiesenlabkraut (aus den Wurzeln  kann ein roter Farbstoff gewonnen werden), Brennessel (zweihäusige Futterpflanze für Schmetterlinge), Bärenklau (Pflanzenflüssigkeit kann wie bei der Herkulesstaude zu Hautverbrennungen führen), Wilde Möhre (Heilpflanze, hoher Gehalt an ätherischen Ölen) Tüpfeljohanniskraut (Öldrüsen geben rötliche Flüssigkeit wie Blutstropfen ab, weshalb im Mittelalter als Zauberpflanze und bis heute als Heilpflanze bekannt), Nelkenwurz (Wurzeln wurden bis zur Einfuhr des Nelkengewürzes verwendet), Gundermann (alte Heilpflanze als Husten- und Wurmmittel), Kriechender Günsel, Natternkopf (Nektarpflanze), Gemeine Schafgarbe (Tee), Gemeine Wegwarte (getrocknete Wurzeln liefern den Kaffee-Ersatz = Zichorie) bis hin zum Weißen Steinklee (Bienenweide) und der rasenbildenden Kleinen Braunelle.

 

Auf der Wiese am Gradierwerk hat die Stadt Bad Rappenau Blühstreifen angelegt, welche für Wildbienen und vor allem für Schmetterlinge und besonders für den Distelfalter ein echtes Eldorado ist.

 

Nach zwei informativen, mit Anekdoten gewürzten Seminarstunden, erfrischte Frau Hagner die Teilnehmer mit einem herrlich kühlen Kräutergetränk und selbstgemachten Marmeladen aus Blutpflaume und Mirabelle.

 

H. Schulz bedankte sich im Namen der Teilnehmer für dieses ganz besondere Erlebnis im Jahresprogramm der NABU Gruppe.

 

Bundestagsabgeordneter Harald Ebner,        BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN zu Besuch beim NABU

In Verbindung mit der Kreisversammlung von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN besuchte Harald Ebner MdB, den NABU Bad Friedrichshall  und ließ sich über die erfolgreiche Arbeit in der Greifvogelpflegestation durch Vors. Werner Wacker informieren. Er erfuhr, dass die Station auf dem Gelände der Fa. Eisenwerk Würth seit 1983 mit großem Erfolg die Pflege der Greife unter der Leitung von Helmut Weber durchführt. Jährlich waren dies bis zu 800 Pflegefälle von denen im Schnitt mehr als 80% wieder in die Freiheit entlassen werden konnten. H. Ebner zollte dieser Leistung des Ehepaares Wacker, H. Weber, der Bundesfreiwilligen und weiterer Helfer große Anerkennung.

 

Im Anschluss ließ sich der Bundestagsabgeordnete vor Ort auf der Oberen Fundel über das Bauvorhaben des Lidl Campus informieren. 16 ha offene  Landschaftsfläche werden dort für IT Arbeitsplätze bereitgestellt, aber gleichzeitig sind wichtige Biotopstrukturen für die Artenvielfalt verloren gegangen. Ersatzbiotope, besonders für die Zauneidechse, können immer nur 2. Wahl sein. Hinzu kommt der Verlust des Schutzgutes Boden und des Klimaausgleichs. Letzterer ist im Zeichen der Klimaveränderung besonders bedenklich. Der Ausbau der verkehrlichen  Anbindung mit der Zunahme des Verkehrslärms und weiteren Schadstoffbelastung in der Luft. Übrigens steigt der tägliche Flächenverbrauch in Baden-Württemberg wieder an, 2017 lag er bei 7,9 ha.  Das 30 ha Ziel der Bundesregierung  für das Jahr 2020 wird mit z. Zt. mehr als 60 ha um das Doppelte überschritten.

 

Harald Ebner aus dem Wahlkreis Schwäbisch Hall ist Sprecher seiner Bundestagsfraktion bei der Waldpolitik, Gentechnik und Bioökonomie sowie Obmann im Ausschuss für Ernährung und Landwirtschaft.

 

Sein Credo: „ Raus aus strukturverarmten Landschaften ohne Baum und Strauch, rein in strukturreiche, blütenreiche , vielfältige Kulturlandschaften, die unsere Lebensgrundlagen erhalten.“

 

NABU beteiligt sich beim "Bunten Klassenzimmer" der BUGA in Heilbronn:

"Greifvögel und Eulen und ihre Lebensweise"

15. Stunde der Gartenvögel im Wohngebiet Eichäcker in Jagstfeld am 12. Mai

Der NABU Bad Friedrichshall beteiligte sich am Programm der Kultur Region Heilbronner Land. Aus Anlass der 15.Stunde der Gartenvögel boten wir einen Spaziergang durch den Wohnbereich Eichäcker in Jagstfeld in Kombination mit der Einbeziehung naturnaher, blühender Vorgärten für Wildbiene, Meise & Co. an. Das dramatische Insektensterben und in der Folge der Artenrückgang bei unseren heimischen Vogelarten ist Anlass genug, über unsere Verantwortung für die Schöpfung nachzudenken und zu handeln.  Mit der Vielzahl der Vorgärten und Grünanlagen haben wir es in der Hand, es auch in der Zukunft Brummen, Summen und Zwitschern zu lassen. Die bundesweite  Vogelartenzählung gibt dabei Aufschluss über deren Bestand und Entwicklungstendenzen.

1. Mai auf der grünen Wiese

NABU Aktive trafen sich am sonnigen 1.Mai unter den Streuobstbäumen auf der Obstwiese am Plattenwald. Bei guten Gesprächen, Kaffee und Selbstgebackenem sowie dem Flugbetrieb der Stare konnten wir die Seele so richtig baumeln lassen.

Liturgische Wanderung – ein besonderes Erlebnis

 

Unter der Leitung von Pfarrer Volker  Gemmrich und den NABU Aktiven Paul Haag und Horst Schulz erlebten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer besondere Stunden mit Gesang und Gitarrenbegleitung,  Gottes Wort in unserer heimischen Natur. Die Lieder „Danke für diesen guten Morgen…“ und „Geh aus mein Herz und suche Freud…“ waren ein Auftakt nach Maß, denn die besungenen Vogelarten Lerche, Taube (Ringeltaube) und Nachtigall stellten sich mit ihrem Gesang und ihren Rufen entlang des Salinekanals und der angrenzenden Feldflur ein. Auch der Psalm 8 gehörte dazu, benennt er doch die Tiere u.a. „die Vögel unter dem Himmel..“

Der Wettergott begleitetet uns wohlwollend  bei der Entdeckung bekannter und unbekannter Vogel- und Pflanzenarten und deren Besonderheiten. Besonders beeindruckend war der alte Baumbestand auf dem Salinenkanal mit Ahorn, Roßkastanie, Platane und Linde. An einem Baumstamm konnten wir eingeklemmte Zapfen, also eine sogenannte Spechtschmiede entdecken und der Gesang von Meisen, Grasmücken, Buchfinken und Rotkehlchen begleitete uns ebenso, wie das Rufen (Lachen) des Grünspechts. Paul Haag hatte Wissenswertes zum Vogel des Jahres „Die Feldlerche“ beizutragen. Mit der Anlage von „Lerchenfenstern“ in Getreidefeldern soll ihrem  starken Bestandsrückgang von 75% entgegen gewirkt werden.

 Die Flora am Wegesrand war durch Bärlauch, Aronstab (mit seiner Kesselfliegenfalle), Wiesensalbei, Wiesenlabkraut, Kleiner Wiesenknopf , den letzten Blüten des Frühblühers Scharbockskraut, der besonders geschützten Feldmannstreu u. vielen anderen vertreten. Nach 2 ½ Stunden endete ein informativer, erlebnisreicher Spaziergang durch die Natur vor unserer Haustüre.

Mitgliederversammlung

Zur diesjährigen Mitgliederversammlung am 1. April durfte der NABU Bad Friedrichshall 35 Mitglieder sowie 5 Gäste im Restaurant Saline in Offenau begrüßen. Der erste Vorsitzende Werner Wacker bedankte sich in seinem Rückblick bei allen Aktiven und Helfern für die erfolgreiche Arbeit sowie bei allen Spendern. Neben den regelmäßigen Landschaftspflegeaktionen auf verschiedenen Grundstücken bot die Ortsgruppe wie gewohnt allen Interessierten Exkursionen in der näheren Umgebung an. Leider blickt die Ortgruppe auf eine negative Entwicklung der Mitgliederzahlen. Um dem stetigen altershalben Mitgliederverlust entgegenzuwirken, wird sich die NABU-Gruppe an der vom Landesverband initiierten Mitgliederwerbung beteiligen. Im Januar 2019 hat die NABU-Bezirksgeschäftsführerin Annette da Luz Correia ihr Büro in Heilbronn bezogen. Sie beschrieb ihre Arbeitsschwerpunkte wie z. B. die Betreuung der einzelnen Gruppen. Im Anschluss erfolgten die Berichte der Kassiererin sowie der einzelnen Projektleiter. Neu angelaufen ist das Umweltbildungsprojekt „Kinder und Natur“ von Thomas Kemmel in Untergriesheim. Nach Diskussion und Aussprache standen die Wahlen an. Einstimmig wurde Ana Adriana Hociota als weiteres Vorstandsmitglied gewählt. Peter Heidinger trat die Nachfolge von Adolf Bauer als Gerätewart an. Zum Kassenprüfer wurden Michael und Martin Weckbach gewählt sowie Irmgard Heidinger und Barbara Nitschke als Ausschussmitglieder ohne Funktion. Zum Abschluss erfolgte die Ehrung der Vereinsmitglieder, die dem NABU seit 20, 30 sowie 40 Jahren die Treue halten. Unter den Anwesenden wurde Peter Heidinger und Andrea Olpp (30 Jahre) sowie Hans Hofmann (40 Jahre) mit einem Weinpräsent bzw. Blumenstrauß geehrt. Eine Dokumentation über unsere heimischen Amphibien von Rudi Blasmann beendete die Mitgliederversammlung.

 

v. l. Adriana Hociota, Werner Wacker, Susanne Messner sowie Annette da Luz Correia

v. l. Peter Heidinger und  Andrea Olpp (30 Jahre), Hans Hofmann (40 Jahre) sowie Vorstand Werner Wacker

Eine Ära geht zu Ende: Adolf Bauer 35 Jahre aktiver Landschaftspfleger

Der jährliche Landschaftspflegeeinsatz im Naturdenkmal Steppenheide Michaelsberg in Gundelsheim, war in diesem Jahr bedauerlicherweise der letzte für das NABU-Urgestein Adolf Bauer. Seit 1983 ist er unentbehrlicher, ehrenamtlicher Aktiver auf den NABU-Pflegegrundstücken und den Streuobstwiesen.

Als „Maschinenmeister“ ist A. Bauer die Verlässlichkeit in Person. Dank seiner Kenntnis und seines Könnens laufen unsere Balkenmäher, Motorsensen und auch unser NABU-Fahrzeug wie am Schnürchen! Mit ihm zusammen machte jeder Einsatz Freude. Seine 79 Jahre sieht man ihm bis heute nicht an, offenbar motiviert die Team-Arbeit beim NABU und hält gesund.

 

Auf dem Michaelsberg kündigte A. Bauer jetzt seinen Abschied vom „Außendienst“ an. Wir lassen ihn natürlich ungern gehen, aber haben auch Verständnis, dass er mit 80 den Balkenmäher aus der Hand geben will. Wir werden ihn vermissen und nicht ersetzen können, wünschen ihm und uns aber, dass er das nächste Lebensjahrzehnt bei bester Gesundheit erleben darf.

Landschaftspflege für Orchideen, bedrohte Vogel- und Schmetterlingsarten

Der NABU Bad Friedrichshall pflegt in Kooperation mit dem NABU Unteres Jagsttal seit 22 Jahren einen ehemaligen Weinberg in Widdern. Dazu gehört neben der Erhaltung der alten Weinbergmauern eine jährliche Mahd, um vor allem den Standort der Helmorchidee, aber auch der Golddistel, der Weinrose, der Akelei und der Bergflockenblume zu erhalten. Auf dem Sonnenstandort hoch über Jagst hat sich zudem ein Schmetterlingsbiotop entwickelt  und Neuntöter, Dorngrasmücke sowie Wendehals haben sich eingestellt.

Der Einsatz auf unserem vereinseigenen Grundstück bringt die Aktiven inzwischen allerdings an ihre körperlichen Grenzen. Deshalb haben wir um Unterstützung beim Amt für Umwelt und beim Landschaftserhaltungsverband im Landratsamt Heilbronn nachgefragt.

Wir würden uns natürlich bei unseren zahlreichen ehrenamtlichen Einsätzen in der Landschaftspflege und auf unseren Streuobstwiesen über weitere Helferinnen und Helfer aus der Bevölkerung freuen, denen die Erhaltung unserer noch vielfältigen Natur am Herzen liegt.

 

Einsatz im Regenüberlaufbecken am Attichsbach

Unterwegs auf den Spuren der Wildkatze

Das Naturparkzentrum in Zaberfeld war Ziel des diesjährigen Ausflugs unserer Ortsgruppe. Am 15. September 2018 führte uns Naturparkführer Herr Wennes durch die Dauerausstellung "Wildkatzenwelt Stromberg". Die Teilnehmer erhielten Informationen zur Ökologie, zum Körperbau , zu den Sinnesleistungen und zur Lebensweise der Wildkatze. Abgerundet wurde die Führung durch einen Spaziergang auf dem Hirschkäferweg. Bei Kaffee und Kuchen saßen wir noch in gemütlicher Runde im Wirtshaus am See mit schöner Aussicht auf die Ehmetsklinge.  

 

Start der Apfelernte 2018

Bereits am Samstag, den 25. August, startete der NABU mit der diesjährigen Apfelernte auf der Streuobstwiese am Plattenwald. Bedingt durch die Trockenheit fanden die Aktiven viele kleine Äpfel vor. Dank der fleißigen Helfer konnten bei der ersten Sammelaktion 5 große Holzkisten gefüllt werden und bei Firma Beil abgeliefert werden. 

Eisvogel am Kocher bei Neuenstadt

In den vergangenen Wochen beobachtete NABU-Mitglied Kurt Zöphel ein Eisvogelpaar am Kocher bei Neuenstadt, wo sich auch die Nisthöhle im Steilufer befindet. Der bunt schillernde Eisvogel war Vogel des Jahres 1973 und 2009.

Kinderferienprogramm "Wir bauen ein Insektenhotel"

Im Rahmen des Bad Friedrichshaller Ferienprogramms lud der NABU am 31. Juli in seine Greifvogelpflegestation. 13 junge Naturfreundinnen und -freunde befüllten Insektennisthilfen, die im heimischen Garten aufgehängt werden können. Nach getaner Arbeit konnten die Kinder die Greifvogelpflegestation besichtigen und zum Abschlus ein kleines Vesper mit Getränk genießen.

Bundesverdienstkreuz für das Nabu-Urgestein    Horst Schulz

Bei der Verleihung des Bundesverdienstkreuzes am 13.07.2018 in der Aula der Otto-Klenert-Schule charakterisierte Bürgermeister Timo Frey Horst Schulz als einen Menschen, der sich sein ganzes Leben lang in unterschiedlichsten Bereichen des gesellschaftlichen Lebens engagiert und bleibende Verdienste erworben habe. So war der „Tausendsassa“ in Sachen Ehrenamt in seiner Jugend in Duisburg als Schülerlotse und Gruppenleiter der Pfadfinder aktiv, danach in seiner neuen Heimat Bad Friedrichshall beim Roten Kreuz, den Freien Wählern Bad Friedrichshall, verschiedenen Bürgerinitiativen und schwerpunktmäßig beim Naturschutzbund NABU.

  

Überreicht wurde das Bundesverdienstkreuz am Bande durch Dr. Andre Baumann vom Ministerium für Umwelt, Klima und Energiewirtschaft. In seiner Laudatio skizzierte er den Berufsweg von Horst Schulz von dessen Ausbildung zum Gärtner über Bundeswehr und Studium zum Grund- und Hauptschullehrer bis hin zum Konrektor.

 

Als ehemaliger NABU-Landesvorsitzender stellte Dr. Baumann insbesondere die Verdienste von Horst Schulz für den Umwelt- und Naturschutz hervor. Seit Jahrzehnten ist Horst Schulz an vorderster Front für den NABU tätig, als Vorsitzender der Ortsgruppe von 1976 bis 1989 und danach erneut von 2005 bis 2012, als Organisator und Mitstreiter bei Naturführungen, Baumpflanzaktionen und der Pflege von Streuobstwiesen, bei der Abgabe von Stellungnahmen für die Naturschutzverbände, als Vorsitzender des Nabu-Kreisverbands Heilbronn von 1992 bis 2004, als Mitglied im Vorstand des NABU-Landesverbandes von 2002 bis 2009 sowie viele Jahre im Förderverein der Greifvogelpflegestation.

 

Weiterhin engagiert sich Horst Schulz mit seinem enormen Fachwissen bei einer Vielzahl von Bürgerinitiativen, wie beispielsweise bei der BI Nahversorgung Jagstfeld, der BI zur Erhaltung des Aspenlochs, der BI Frankenbahn oder der Neckarsulmer BI Pro Natur- Contra Flächenverbrauch.

  

Neben seinem Engagement für den Umwelt- und Naturschutz war Horst Schulz ab 1989 für die Freien Wähler 22 Jahre als Gemeinderat zum Wohle der Stadt Bad Friedrichshall tätig, davon 10 Jahre als Fraktionsvorsitzender. In dieser Zeit hat er sich auch als Gründungsmitglied der Jule und in der Jugendhilfe eingebracht.

 

Weitere Grußworte überbrachten für den NABU dessen Landesvorsitzender Johannes Enssle, für den Gemeinderat Werner Wally und für den NABU Bad Friedrichshall und Umgebung e. V. Peter Heidinger, der die Ehrung als längst überfällig bezeichnete: "Wenn einer die Ehrung verdient hat, dann Horst Schulz", der mit seinem enormen Engagement für den Natur- und Umweltschutz, mit seiner offenen und ehrlichen Art, seinem fairen und konstruktiven Einsatz und mit seinem uneigennützigen Pflichtbewusstsein über Jahrzehnte viele Menschen geprägt hat.

 

Erlebnis Natur an der Fischkinderstube in Untergriesheim

Trotz hochsommerlichen Wetters hatten sich eine Anzahl Gewässerfreunde am schwäbischen samstäglichen Schaffenstag zum Spaziergang an die Fischkinderstube an der Jagst in Untergriesheim eingefunden.

Hans Frank vom Fischereiverein Neckarsulm und Mitinitiator dieser Ausgleichsmaßnahme an den Fließgewässern Jagst und Kocher auf Friedrichshaller Gemarkung informierte über die Entstehung und Entwicklung dieser Biotope aus 2. Hand von der Idee über die Diskussionen in den zuständigen Gremien bis zur derzeitigen Lebensraumentwicklung.

Entscheidend war die finanzielle Beteiligung der Deutschen Bahn, welche hier Ausgleichsmaßnahmen für die Elsenztalbahn verwirklichte und das „Grüne Licht“ von Verwaltung und Gemeinderat Bad Friedrichshall sowie der umfangreiche ehrenamtliche Einsatz des Sportangelvereins unter Federführung von Herrn Frank.

Die Biotopgestaltung mit der Bildung eines Seitenarmes der Jagst mit Flachwasserzonen, tieferen Wasserbereichen und der Schaffung einer Eisvogelwand ließ neue Lebensräume für Fische, Amphibien und Vögel entstehen. In den flachen Bereichen wärmt sich das Wasser schneller auf und bietet dadurch den Jungfischen beste Entwicklungsmöglichkeiten. In einem abgegrenzten Becken sammelt sich kaltes Bachwasser zur Erwärmung, bevor es ebenfalls in den Fließwasserbereich abfließt.

Inzwischen verdeckt nach rd. 6 Jahren der Uferbewuchs den damaligen maschinellen Eingriff in die Böschungen vollkommen und auch die Eisvogelwand wird bereits wieder überwachsen. Um die Besonnung des Gewässerbiotops und die Funktion der Eisvogelwand zu erhalten, wäre im kommenden Winterhalbjahr ein Pflegeeinsatz auch zur Beseitigung von Verlandungsstellen notwendig.

An die Exkursion schloss sich eine Power-Point Präsentation im kath. Josefsheim in Untergriesheim an, welches wir dankenswerterweise nutzen durften. Herr Frank ließ in Wort und Bild die Entwicklung der Fischkinderstube Revue passieren und ging auch auf die Fauna des Gewässers von den Libellen, über die Köcherfliegenlarven, den Wasserskorpion bis hin zu den Fischarten ein. Die Teilnehmer waren erstaunt, als er berichtete, dass die Schwarzmeer-Grundel über den Schiffsverkehr auf der Donau und den Rhein-Main-Donau Kanal bereits bei uns in der Jagst aufgetaucht ist und die einheimischen Fischarten bedroht.

 

Horst Schulz dankte im Namen der NABU Gruppe und den Teilnehmern - wobei eine Teilnehmerin sogar mit dem Fahrrad aus Untereisesheim gekommen war -  Hans Frank für die eindrucksvollen Einblicke am und im Gewässer. Er freute sich insbesondere über die gute Kooperation und den fruchtbaren Gedankenaustausch.

Botanisch-Naturkundliche Führung durchs Aspenloch

Bei Kaiserwetter fanden sicham 27. Mai zahlreiche Naturfreunde von 4-78 Jahren zu einem Waldspaziergang am Aspenloch in Oedheim ein. Unter Leitung von Horst Schulz erlebten sie die Vielfalt im Pflanzenreich von den Kräutern bis zu den Bäumen und lauschten dem besonderen Gesang des Pirols.

Zunächst informierte der Exkursionsleiter über den Einsatz der BI „Zur Erhaltung des Aspenlochs und die erfolgreiche Verhinderung eines Regionalflugplatzes an dieser Stelle mit Unterstützung der Gemeinde Oedheim und der Städte Bad Friedrichshall und Neckarsulm. Nach 12 jähriger Tätigkeit konnte sich die Bürgerinitiative 2008 auflösen und übergab der Gemeinde dabei einen namhaften Geldbetrag zur Erhaltung und Weiterentwicklung dieses Erholungswaldes und FFH-Gebietes mit dem Vorkommen des Hirschkäfers und der Bechsteinfledermaus. 

Bei der sonntäglichen Erkundung erfuhren die Teilnehmer Wissenswertes über die Besonderheiten der Pflanzen u.a. ihre Bestäubungsmechanismen, Verbreitung,  Standortansprüche, Ihre Heilkräfte, Verwendung in der Küche  und ihre an die Jahreszeit angepassten Blütezeiten. Durch die diesjährige Frühjahrswärme waren einige Arten bereits verblüht, andere blühten bereits bis zu 4 Wochen früher.

Die verpönte Brennnessel entpuppte sich als wichtige Nahrungspflanze verschiedener Schmetterlingsraupen, wobei der Kleine Fuchs besonders auf sie angewiesen ist. Es wäre beim starken Rückgang der Schmetterlingsarten wünschenswert, wenn in unseren Gärten deshalb der Brennnessel ein Platz eingeräumt würde, die Gaukler der Lüfte danken es uns mit ihrer Farben- und Formenvielfalt.

Die Gespinstmotte hatte an den Pfaffenhütchen ganze Arbeit geleistet und sämtliche Blätter vertilgt, allerdings treiben die Sträucher bis zum Sommer wieder aus.

Bei der Esche setzte sich das Triebsterben- ausgelöst durch einen Pilz – weiter fort, so dass wir wohl auf Dauer diese Baumart verlieren werden. Die Teilnehmer erfuhren auch, dass die Hain- oder Weißbuche nicht zu den Buchen, sondern zu den Birkengewächsen gehört und sich am Blatt, am Stamm und Wuchs stark von der Rotbuche unterscheidet. Der Klimaveränderung ist wohl auch die Pflanzung der Esskastanie am Waldrand und im Wald geschuldet.

Der Name Aspenloch stammt von der Espe oder Zitterpappel, im Mittelhochdeutsch auch Aspe. Ein Schild am Waldlehrpfad weist darauf hin und beim Blick in den Baumwipfel konnten wir das Zittern der Blätter mit den langen Stielen im leichten Wind beobachten, sie zitterten wie der Volksmund es ausdrückt wie Espenlaub.

NABU Vors. Werner Wacker dankte abschließend dem Referenten H. Schulz unter dem Beifall der Teilnehmer für die vielfältigen Informationen.

    Jahresprogramm

Unser Jahresprogramm finden Sie unter der Navigationsliste links

Machen Sie uns stark

Ihr NABU-Mitgliedsantrag
Sie wollen sich nicht online anmelden? Bitte nutzen Sie dieses Formular.
Mitgliedsantrag.pdf
Adobe Acrobat Dokument 40.2 KB

Naturschutzjugend

Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene machen "action for nature" Mehr

Online spenden